"Digitalisierung und mobiles Arbeiten" – KODIMA auf dem Frühjahrskongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft (GfA)

Prof. Dr. Marco Zimmer berichtet auf dem GfA-Frühjahrskongress über KODIMA

„Arbeit interdisziplinär analysieren – bewerten – gestalten“ – unter diesem Thema stand der 65. Frühjahrskongress der Gesellschaft für Arbeitswissenschaft 2019. Mit der Analyse, Bewertung und Entwicklung von Handlungsvorschlägen für den Umgang mit den Auswirkungen der Digitalisierung in Steuerberatungskanzleien aus unterschiedlichen Perspektiven bewegt sich das Verbundprojekt KODIMA genau in dem durch das Kongressmotto aufgezeigten Themenfeld. Unser Projektpartner von der FOM Hochschule für Oekonomie und Management konnte in der vergangenen Woche im Rahmen eines Tracks zur Digitalisierung auf dem GfA-Frühjahrskongress aus KODIMA berichten.

Unter dem Titel „Digitalisierung und mobiles Arbeiten – Informelle Aspekte der notwendigen Formalisierung“ befassen sich Prof. Dr. Marco Zimmer und Halina Ziehmer mit den Auswirkungen von Digitalisierung und mobilem Arbeiten auf Arbeitsprozesse: Einerseits verlangt die Digitalisierung von Arbeit eine Formalisierung von Arbeitsprozessen, die bis hin zur weitgehenden Reorganisation gehen kann, andererseits stößt diese Formalisierung immer wieder an Grenzen, die durch die schiere Komplexität der zu behandelten Fragen und der Rahmenbedingungen gegeben ist. Diese Formalisierungslücke muss durch informelles Handeln der Beschäftigten geschlossen werden. Nutzen die Beschäftigten aber die Optionen mobil-flexiblen Arbeitens, fehlen oftmals die einfachen Gelegenheiten informeller Abstimmung: Bei Arbeit im Home-Office führt der Gang „ins Büro nebenan“ zu nichts und bei flexiblen Arbeitszeiten läuft der kurzfristige Anruf bei Kolleginnen und Kollegen oftmals ins Leere. In solchen Fällen bedarf auch die informelle Absprache zwischen Beschäftigten, die zur Schließung der Formalisierungslücke notwendig ist, der Organisation und – oftmals – Formalisierung.

Am Beispiel der im Rahmen von KODIMA bisher in Form von Fallstudien untersuchten dreizehn Steuerberatungskanzleien arbeitete Prof. Zimmer in seinem Vortrag heraus, welche Formen und Strategien zum Umgang mit der Formalisierungslücke in den Kanzleien gefunden wurden. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf der Frage, ob die Kanzleien, die mit der Schließung dieser Lücke verbundenen Aufwendungen auf ihre Mitarbeitenden (und zum Teil auch Mandanten) auslagern oder sie selbst stemmen, und welche Form der organisationalen Unterstützung die Mitarbeitenden bei der Schließung der Formalisierungslücke erfahren.

Der Beitrag wurde in dem Konferenz-Sammelband veröffentlicht und steht unter Publikationen zum Download bereit.

Autor(inn)en: Halina Ziehmer M.A., wissenschaftliche Mitarbeiterin am ipo-Institut für Personal- und Organisationsforschung; Prof. Dr. Marco Zimmer, Direktor des ipo-Institut für Personal- und Organisationsforschung

 

Dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird im Rahmen des Programms „Zukunft der Arbeit“ (FKZ 02L15A312) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
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