Arbeitspsychologische Analysen zu den Auswirkungen der Digitalisierung – Schlaglichter aus dem Forschungsjahr 2018 in KODIMA

Teil drei der Serie: Das Forschungsjahr 2018 in KODIMA – Eindrücke, Ergebnisse und Ausblicke der fünf Verbundprojekte

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Das Verbundprojekt KODIMA nahm im Herbst 2017 seine Arbeit auf. Seither hat sich einiges getan: Erhebungen, Konferenzen und Publikationen. In der Serie „Das Forschungsjahr 2018 in KODIMA“ werden die fünf Teilvorhaben, das heißt die Universität Rostock (Seniorprofessur Wirtschafts- und Organisationspsychologie), FOM Hochschule, HR Excellence Group GmbH, ECOVIS Europe AG und die EVENTUS Wolfenbüttel Steuerberatungsgesellschaft GmbH auf das erste Jahr im Verbundprojekt zurückblicken. Außerdem werden sie ihre bisherigen Forschungsarbeiten und (ersten) Ergebnisse in jeweils eigenen Blogbeiträgen skizzieren und einen Ausblick auf das kommende Jahr geben. Im dritten Teil berichtet das Team der Universität Rostock.

Im Februar 2018 wurde das zweite White Paper des Teilvorhabens veröffentlicht. Es befasst sich mit der Perspektive von Arbeitnehmer/innen auf die durch die Digitalisierung bedingten Veränderungen im Arbeitsalltag. Erwartungen und Befürchtungen von Mitarbeiter/innen wurden im Rahmen einer explorativen Untersuchung in Steuerberatungskanzleien erhoben (Hummert et al., 2018: Digitalisierung – Auswirkungen auf das Individuum. Explorative Untersuchungen in Steuerberatungskanzleien. Abrufbar unter Publikationen).

In einem weiteren White Paper, welches in Zusammenarbeit mit unserem Projektpartner Ecovis entstanden ist, wurden die unterschiedlichen Wahrnehmungen des Digitalisierungsgrades durch Steuerberater/innen und Mitarbeiter/innen in Steuerberatungskanzleien untersucht. Unterschiede in der Wahrnehmung lassen sich durch rollenbedingte Informationsasymmetrien und reglementierte Handlungsspielräume im Tagesgeschäft erklären (Zech et al., 2018: Die Wahrnehmung des Digitalisierungsgrades durch Steuerberater/innen und Mitarbeiter/innen in Steuerberatungskanzleien. Abrufbar unter Publikationen).

Im September stellte Henning Hummert unter dem Titel „Wirkungen der Digitalisierung von Arbeit auf Arbeitszufriedenheit und Stress in Dienstleistungsunternehmen“ als Main Chair einer Referategruppe zum Thema „Digitalisierung“ auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie in Frankfurt am Main eine Studie vor, welche die Auswirkungen der Digitalisierung auf Arbeitstätigkeiten im Dienstleistungssektor untersucht. Das Referat fand außergewöhnlich hohen Zuspruch und wurde von über 50 Personen verfolgt. Daneben stellte Philipp Görs in einer Posterpräsentation die Entwicklungsschritte der im Rahmen unserer Untersuchungen entwickelten Skala zur Erfassung des organisationalen Digitalisierungsgrades (ODG-Skala) unter dem Titel „Organisationaler Dienstleistungsgrad in Dienstleistungsunternehmen (ODG-DL-Skala). Konzeptualisierung und Operationalisierung des Konstrukts.“ vor. Das Poster stieß in der Session „Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie“ auf reges Interesse, sowohl von Anbietern von Testverfahren als auch von Forschungseinrichtungen, die die Skala für eigene Forschungsprojekte und Lehre verwenden wollen. Die Skalenentwicklung wurde auch in einem umfangreichen Working Paper dokumentiert (Müller et al., 2018: Entwicklung von Skalen zur Erfassung des organisationalen bzw. arbeitsplatzbezogenen Digitalisierungsgrades (ODG/ADG-Skala) in Steuerberatungskanzleien). Sowohl die Konferenzbeiträge als auch das Working Paper sind unter Publikationen abrufbar.

Neben den zuvor aufgeführten Publikationen und Konferenzbeiträgen wurden im Jahr 2018 wichtige Vorarbeiten für die Realisierung der nächsten Projektziele unternommen, darunter die Datenerhebung und Auswertung für zwei weitere Working Paper, die mittlerweile erschienen sind. Zudem wurden die objektiven Arbeitsanalysen geplant und eine entsprechende Schulung des Projektteams in Kooperation mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg organisiert.

Autor: Philipp Görs, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Seniorprofessur Wirtschafts- und Organisationspsychologie der Universität Rostock

 

Dieses Forschungs- und Entwicklungsprojekt wird im Rahmen des Programms „Zukunft der Arbeit“ (FKZ 02L15A312) vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim Autor.
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